Kampf gegen den Wohnungseinbruchsdiebstahl – Wie können wir gewinnen? (Teil 1)

Unsere drei nächsten Blogbeiträge sollen sich mal nicht mit nüchternen Zahlen aus den aktuellen Kriminalitätsstatistiken oder mit technischen Raffinessen unserer Apollo 11 Alarmanlagen befassen, sondern den Wohnungseinbruchsdiebstahl von seiner wissenschaftlichen Seite aus betrachten. Der rührige Blogredakteur von Schwenteit Sicherheitssysteme berichtet über einen Beitrag, den Professor Dr. Thomas Feltes M.A., Lehrstuhlleiter für Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Juristischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, der von der Zeitschrift „Polizei“ Heft 5/2014 zum Thema „Der Kampf gegen den Wohnungseinbruch“ veröffentlicht wurde.

Heute zunächst der erste Teil, der sich im Wesentlichen mit der Analyse von Tätermotivationen und deren sozialen Komponenten befasst. Hierzu stellten Prof. Feltes und sein Co-Autor Frank Kawelowski fest, dass die zu verzeichnende niedrige Aufklärungsquote der Polizei bei Wohnungseinbrüchen eng mit den regionalen und überregionalen Rahmenbedingungen in Zusammenhang steht und damit ein gesellschaftliches Problem wäre. Der Polizei fehlen verwertbare Informationen zu den Täterprofilen und zur Täterstruktur, bezogen auf die aufgeklärten Fälle, sodass polizeiliche Maßnahmen nur schwerlich zu optimieren wären. Für den Fall, dass diesbezügliche Aufklärungen vorliegen, sind sie von der Struktur uneinheitlich und Beweismittel mit ermittlungserheblichem Charakter werden am Tatort nur sehr gefunden. Dazu kommt, dass ein Großteil der Täter nicht aufgrund der Ermittlungen, sondern infolge von Hinweisen aus seinem Umfeld oder zufällig, weil noch am Tatort anwesend, aufgespürt wird. Weiter stellt der Autor klar, dass sowohl Großrazzien als auch die Fokussierung auf ausländische Verbrecherbanden nur vom eigentlichen Ziel ablenken und eher bei präventiven Maßnahmen anzusetzen wäre – disziplinen– und resortübergreifend. Im Einzelnen ginge es hierbei um folgende begünstigende Faktoren für Wohnungseinbrüche:

  • Verstärkter Kontakt zu Gruppen, deren Mitglieder gewaltbereit sind oder aufgrund ihres sozialen Verhaltens von den üblichen Normen abweichen;
  • Supervision bzw. Klärung von Konflikten innerhalb von Familien sowie der Nachbarschaft potenzieller Wohnungseinbrecher;
  • Präventive Maßnahmen in Zusammenhang mit dem Konsum legaler und illegaler Drogen;

Nach unserer Meinung wird hier einmal mehr und sehr deutlich herausgearbeitet, dass unsere Polizei, ähnlich der Metapher des abendländischen Märchens über den Ritter Don Quijote, der verzweifelt mit den übermächtigen Windmühlen kämpft, relativ machtlos erscheint, oder besser gesagt, (staatlich verordnet) erscheinen MUSS.

Stellenabbau bei und staatsfremde Leistungen durch die Polizei

Der geistige Gedankensprung zwischen den theoretischen Erkenntnissen von Prof. Feltes bis zur allgegenwärtigen Praxis ist nicht allzu groß, um festzustellen, wo der sprichwörtliche „Hund begraben liegt“. Dass ein schamlos über Jahre betriebener Stellenabbau im Polizeiapparat mittelfristig nicht ohne gravierende Auswirkungen auf die innere Sicherheit im Land bleiben würde, war abzusehen. Mit weniger Einsatzkräften als noch vor Jahren, muss die Polizei heute mehr denn je Fußballstadien absichern, randalierende „Fans“ zur Raison bringen, in Zügen der Bahn für Ordnung sorgen, überflüssige Neonazidemos abschirmen und im Straßenverkehr macht gerade auch noch jeder, was er will. Trotz aller elektronischen Hilfsmittel bei moderner Datenverarbeitung und Kommunikation wurde der administrative Aufwand immer höher, was wiederum neben materiellen und finanziellen Disproportionen der persönlichen Motivation der staatlichen Ermittler nicht unbedingt förderlich war.

Uns als Fachfirma für Sicherheitssysteme ist somit klar, dass ein Bedürfnis nach hochwertigen Alarmanlagen zum Schutz des persönlichen Eigentums auch in den nächsten Jahren bei vielen Hausbesitzern vorhanden sein wird. Das bestätigt auch die folgende Feststellung von Prof. Feltes, die wir Ihnen in unserem nächsten Beitrag anhand von Beispielen näher erläutern: „Stadtviertel mit starker Armutskonzentration sind vermehrt (passiv) von Kriminalität betroffen und sie haben (aktiv) einen Verstärkungseffekt für schwere Delinquenz. Die Polizei alleine kann effektiv und nachhaltig weder präventiv noch repressiv notwendige und wahrnehmbare Veränderungen bewirken“.

Quelle des Zitats: Professor Dr. Thomas Feltes, Ruhr-Universität Bochum in „Polizei“ Heft 5/2014

Rufen Sie uns an, wir beraten Sie gerne: Telefon 0800 – 66 46 971

Kampf gegen den Wohnungseinbruchsdiebstahl – Wie können wir gewinnen? (Teil 1)
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