Schwarze Weihnacht

In den kommenden Wochen holen viele die Weihnachtsbeleuchtung hervor, um sich auf die Weihnachtszeit einzustimmen. Aber nicht nur die Feuerwehren warnen vor Kerzen und Co., sondern auch der TÜV Rheinland warnt jedes Jahr wieder vor der elektrischen Weihnachtsbeleuchtung. Fakt ist e, dass drei von vier Weihnachtsbeleuchtungen erhebliche Mängel ausweisen und bei einem Test mit ‚mangelhaft‘ durchfallen.

Viele der Beleuchtungen führen zu Verbrennungen, Stromschlägen oder gar zu Wohnungsbränden. Bei etlichen Ketten lassen sich die Leitungen mit wenig Kraftaufwand auseinanderreißen, sodass dies auch ein Kleinkind schaffen könnte. In der Folge kann dies zu gefährlichen Stromschlägen führen.

Die Gefahr von Kerzen und offenem Feuer

Gerade in der Weihnachtszeit kommt es immer wieder zu leichtsinnigem Umgang mit Kerzen und Co. Oft passiert e, dass brennende Kerzen zu nah an einem Vorhang stehen. Da genügt ein Luftzug und schon ist es passiert – die Gardine brennt lichterloh. Immer wieder kommt es auch zu Bränden, weil Kerzen auf brennbaren Untergründen, wie zum Beispiel der selbst gebastelte Kerzenständer der Kinder oder Enkel stehen. Auch zu trockene Adventskränze oder Weihnachtsbäume bergen eine Gefahr, dass es zu verheerenden Bränden kommen kann. Eine oftmals unterschätze Gefahr bei Kerzen besteht auch, wenn man kurz den Raum verlässt oder gar einschläft und die Kerze schon ziemlich weit heruntergebrannt ist. Idealerweise sollte man beim Kauf von Kerzen darauf dachten, dass diese selbstlöschbar sind, dies bedeutet, die Kerze brennt nicht bis unten hin, sondern geht schon eine gewisse Zeit vorher aus.

Lichterketten sind aber auch nicht ohne

Jetzt mögen einige vielleicht denken, ich nutze keine Kerzen, sondern nur die Lichterketten. Was soll also hier passieren? Auch hier sind die Gefahren nicht zu unterschätzen. Nachfolgend ein paar Tipps, wie man die gemütlichste Zeit des Jahres ohne größere Schäden genießen kann. Es beginnt schon mit dem richtigen Einkauf von Lichterketten und anderer elektrischer Beleuchtung.

  • Kaufen Sie nur Produkte in Verpackungen mit deutscher Sprache. Name und Adresse des Herstellers sollten ebenfalls aufgedruckt sein.
  • Sicherheitshinweise und weitere Aufdrucke sollten ebenfalls in deutscher Sprache sein.
  • Das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit sollte deutlich erkennbar auf der Verpackung sein. Hier kommt es immer wieder zu einem Prüfzeichenmissbrauch. Einen solchen erkennen Sie daran, dass Herstellerangaben fehlen oder Aufschriften nicht in deutscher Sprache sind.
  • Vor dem Kauf sollten Sie sich auf den Internetseiten des TÜV informieren, welche Produkte wirklich getestet wurden.
  • Das CE-Zeichen allein ist nicht ausreichend, denn es besagt nur, dass der Hersteller bestätigt hat, dass er die EU-Normen eingehalten habe. Eine weitere und vor allen Dingen unabhängige Prüfung muss hier nicht stattgefunden haben.
  • An den Artikel müssen dauerhaft mittels eines Plastikschildchens am Kabel verschiedene Infos wie die elektrischen Daten, Warnhinweise zum Betrieb, Verwendungsbereiche (Innen/Außen), das GS- und das CE-Zeichen angebracht sein.
  • Kaufen Sie Lichterketten möglichst mit einem Transformator, denn dadurch wird die lebensgefährliche Spannung der Steckdose (230 V) auf eine niedrigere Spannung heruntergesetzt.

Sie haben jetzt sichere Weihnachtsbeleuchtungen gekauft, doch damit ist es nicht getan. Auch beim Einsatz der Beleuchtung müssen einige Dinge beachtet werden.

  • Unbedingt die Sicherheitshinweise auf der Verpackung lesen und beachten.
  • Beleuchtungen nur für ihren Bestimmungsbereich einsetzen (Innen/Außen).
  • Beleuchtungen einer Sichtprüfung unterziehen, d.h. Kontrollieren Sie, ob die Isolierung der Leitung in Ordnung ist und die Leitungen fest in den Fassungen befestigt sind.
  • Fehlende und beschädigte Lämpchen sofort ersetzen. Viele der Ketten leuchten, auch wenn eins oder mehrere Birnchen defekt sind. Die Ketten erwärmen sich durch den fließenden Strom extrem stark, teilweise wurden hier Temperaturen um die 300 Grad gemessen. Achtung Brandgefahr!
  • Keine defekten Ketten einsetzen
  • Abstand zwischen den Birnchen und brennbaren Materialien einhalten.
  • Außer Reichweite von Kindern nutzen
  • Ketten und Lichterschläuche niemals selbst kürzen oder verlängern. Nicht reparieren.
  • Beleuchtungen nur während der eigenen Anwesenheit brennen lassen. Ketten und dergleichen immer ausschalten, wenn Sie das Haus verlassen.
  • Nutzen Sie besser Ketten mit Leuchtdioden (LEDs). Diese werden über einen Transformator mit geringen Spannungen versorgt und somit weniger gefährlich für Mensch und Tier. Sie erzeugen auch keine Abwärme und benötigen auch noch deutlich weniger Strom als die herkömmlichen Lichterketten.

Weitere Tipps

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sollten Sie auch beim Einsatz von Lichterketten mitdenken. Auch wenn es noch so schön aussieht, überprüfen Sie jeden Einsatz akribisch. Sicherheitshalber sollte immer ein Eimer mit Wasser oder gar ein Feuerlöscher und eine Löschdecke griffbereit sein. Bei brennenden Kerzen achten Sie darauf, dass es nicht zu Luftzügen kommt, die leicht brennbares Material in die Flammen wehen können.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, dann sollten Sie mit Ihrer Familie die besinnliche Zeit gut überstehen und müssen sich nicht über Schwarze Weihnachten ärgern.

 

 

 

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